Wie wird die Invaliditätspension berechnet? +
Auf Basis Ihres Pensionskontos: 1,78 % der Lebensdurchschnitts-Bemessungsgrundlage pro Versicherungsjahr. Bei Eintritt vor Alter 60 werden Zurechnungsmonate fiktiv hinzugerechnet. Bei Eintritt vor dem Regelpensionsalter (65) gibt es einen Abschlag von 4,2 % pro Jahr, maximal 13,8 %.
Wie hoch ist die Berufsunfähigkeitspension in Österreich? +
Sehr individuell, abhängig von Bemessungsgrundlage und Versicherungsjahren. Realistisch liegt sie zwischen 800 und 2.000 €/Monat brutto bei mittleren Einkommen. Den genauen Wert zeigt das Pensionskonto bei PV.at — der Rechner oben gibt eine Faustformel-Schätzung.
Wie viel Erwerbsunfähigkeitspension bekommen Selbstständige? +
SVS-versicherte Selbstständige unterliegen dem strengsten Maßstab: Pension erst bei genereller Erwerbsunfähigkeit (unter 50 % am allgemeinen Arbeitsmarkt). Die Höhe folgt der gleichen Formel wie ASVG, mit teilweise höherer Höchstbeitragsgrundlage (8.085 €/Mo 2026). Ohne private BU-Vorsorge sind Selbstständige am stärksten exponiert.
Was ist der Unterschied zwischen Berufsschutz und Tätigkeitsschutz? +
Berufsschutz (alt, vor 2014) schützte vor Verweisung in andere Berufe — wer den Beruf nicht mehr konnte, bekam Pension. Tätigkeitsschutz (neu, für Jahrgänge ab 1964) erlaubt der Pensionsversicherung, in jeden zumutbaren anderen Beruf zu verweisen. Pension nur, wenn auch dort keine 50 % mehr möglich sind.
Wann habe ich Anspruch auf Invaliditätspension? +
Mindestens 5 Versicherungsjahre innerhalb der letzten 10 Jahre vor Antrag, mindestens 50 % gesundheitliche Erwerbsminderung, und für Jahrgänge ab 1964: keine zumutbare Verweisung mehr möglich. Reha-Maßnahmen werden vorrangig geprüft. Antrag beim Versicherungsträger (PV für Arbeiter/Angestellte, SVS für Selbstständige).
Wie lange dauert die Invaliditätspension? +
Befristet auf maximal 24 Monate, in der Regel mit Verlängerung. Erst wenn klar absehbar ist, dass keine Erwerbsfähigkeit mehr eintritt, wird unbefristet zuerkannt. Oft wird parallel die Reha-Geld-Schiene oder das Umschulungs-Programm geprüft.
Wie viel Berufsunfähigkeitspension bei 2.000 € netto? +
Sehr grobe Schätzung: rund 1.100 bis 1.400 €/Mo netto, abhängig von Versicherungsjahren und Eintrittsalter. Die Lücke zum Aktiv-Netto liegt damit bei 600 bis 900 €/Mo — typisch für mittlere Einkommen, oft existenzgefährdend bei Familien.
Brauche ich eine private Berufsunfähigkeitsversicherung? +
Faustregel: Wenn Sie auf Ihr Erwerbseinkommen angewiesen sind und keine ausreichenden Rücklagen oder Vermögenswerte haben, ist das Berufsunfähigkeits-Risiko das größte unversicherte Existenzrisiko. Die staatliche Pension reicht selten zum Lebensstandard-Erhalt. Eine private BU schließt die Lücke — der genaue Bedarf hängt von Familiensituation, Verbindlichkeiten und Lebensplanung ab.
Was kostet eine private Berufsunfähigkeitsversicherung in Österreich? +
Sehr individuell: Beruf, Alter und Gesundheit sind die drei Hebel. Eine Bürokraft mit 30 zahlt für 2.000 €/Mo BU-Rente etwa 50–80 €/Monat, ein Bauarbeiter mit 45 leicht das Drei- bis Vierfache. Vergleichsangebote sinnvoll vor dem Abschluss; auch Verzicht auf abstrakte Verweisung muss in den Bedingungen stehen.
Was ist der Unterschied zwischen privater BU und Erwerbsunfähigkeitsversicherung? +
Die private BU zahlt bereits, wenn Sie Ihren konkret ausgeübten Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben können. Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt erst bei genereller Erwerbsunfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt — das ist enger gefasst, dafür im Beitrag günstiger. Für gesundheitlich vorbelastete Personen, die keine BU bekommen, oft die einzige Option.